#10 – Keine Konkurrenz

Vernünftig wäre es den alten Verbrenner weiter zu fahren bis er auseinander fällt. Das hab ich ja versucht, aber der W211 läuft und läuft und läuft und fällt einfach nicht auseinander.
Das gefällt mir und es spricht ganz klar für Fahrzeuge von Mercedes-Benz, allerdings hat Tesla mir jetzt Lust auf rein elektrisches Fahren gemacht – und gleichzeitig gezeigt dass das Model S alltagstauglich ist.

Ich behalte die alte E-Klasse auf jeden Fall als Zweitwagen, möchte jetzt aber gerne ein neues Auto das sich ähnlich fährt wie die aktuelle E-Klasse – nur eben mit Elektromotor. Leider, leider bietet mir Daimler sowas jedoch nicht an.

Moment, da steht doch ein E-Klasse-Hybrid in der Preisliste! Klar doch, 30km rein elektrisch. Damit komm ich nicht mal in die nächste Stadt, geschweige denn wieder zurück. Nein Danke!

Warum kein Mercedes mit Elektromotor angeboten wird? Ich kann nur spekulieren:

  • man möchte die vorhandene Technik weiter verkaufen und sich solange wie möglich ernsthafte Investitionen in was neues sparen
  • man möchte auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Ersatzteilen, sowie durch Wartung und Reparaturen nicht verzichten (da E-Antriebe viel einfacher konstruiert sind kann gar nicht soviel kaputt gehen und zu warten gibt es daran auch viel weniger)
  • vielleicht ist auch die Öllobby hinterher die Verbreitung von E-Autos möglichst lange hinaus zu zögern, Strom kann immerhin auf vielfältige Arten erzeugt werden, Öl brauchen wir dazu nicht wirklich

Marktführer auf der Angebotsseite

Das behauptet Mercedes doch tatsächlich über sich selbst in Bezug auf E-Autos. Ja, nee, is klar! Als würde es reichen irgendwas anzubieten das keiner will um Marktführer zu werden – rein Formal wird es wohl stimmen, ist aber meiner Meinung nach leider Augenwischerei.

Hätte sich Carl Benz damals nicht getraut ein erstmal total unerwünschtes Fortbewegungsmittel zu bauen, sondern die damals gängigen Pferdekutschen hergestellt, wäre daraus wahrscheinlich kein bedeutender Weltkonzern entstanden. Wieviele Kutschenhersteller von 1880 gibt es wohl heute noch?

Das bisher einzige Elektroauto, das praktisch für alle Fahrten problemlos einsetzbar ist – ist von Tesla und heißt Model S. Und es ist eben leider das einzige Modell in dieser Preisklasse, Konkurrenz gibt es nämlich einfach keine. Klar gibt es ein paar brauchbare E-Autos, z.B. Renault ZOE, Nissan LEAF,… aber keines davon ist mit einer E-Klasse oder einem Model S vergleichbar. Und ja, es gibt noch das Model X, aber erstens ist das auch von Tesla und zweitens ist es noch eine Nummer teurer als das Model S – und das ist ja preislich schon ein bisschen über E-Niveau – also auch keine Alternative.

Warum gibt es eigentlich keine Konkurrenz? Hallo Mercedes, hallo BMW, hallo Audi!? Wie kann es sein, dass ein branchenfremder Internetmilliardär einfach mal so Elektroautos auf den Markt bringt und ihr nichts alternatives anzubieten habt? In 2016 habt ihr knapp 80.000 S-Klasse, 7er und A8 NICHT verkauft, weil die Käufer zu Tesla abgewandert sind. Und der Trend setzt sich fort, inzwischen greift euch Tesla nicht nur Kunden von Oberklassemodellen ab sondern sogar schon die der einigermaßen ausgestatteten gehobenen Mittelklasse wie E-Klasse, 5er und A6!

Wie lange wollt ihr euch das noch bieten lassen? Wollt ihr wirklich tatenlos zusehen, wie Tesla hunderttausende Model 3 auf die Straßen bringt? Oder setzt ihr darauf, dass Tesla sich verhebt und eingeht? Wäre möglich, sieht mir aber nicht danach aus!

In diesem Zusammenhang muss ich immer wieder an Nokia und das iPhone denken. Eben war Nokia noch Marktführer – und im nächsten Moment Geschichte. Vielleicht wäre der Sturz von Nokia nur halb so schlimm gewesen, wenn sie rechtzeitig eine iPhone-Alternative vorgelegt hätten.

10 Gedanken zu “#10 – Keine Konkurrenz

  1. Sebastian says:

    Je nach Anwendungsfall sind die elektrischen Alternativen durchaus welche. Mit einem Tesla können sie natürlich weder beim Preis, noch bei der Reichweite mithalten.
    Ähnlich ist es mit Mercedes und Jaguar: Wer einmal beides gefahren ist, wird immer der Katze nachtrauern.
    Von Mercedes habe ich nur eines mitgenommen: Nie wieder!

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  2. Rud says:

    „Warum gibt es eigentlich keine Konkurrenz? Hallo Mercedes, hallo BMW, hallo Audi!? Wie kann es sein, dass ein branchenfremder Internetmilliardär einfach mal so Elektroautos auf den Markt bringt und ihr nichts alternatives anzubieten habt? In 2016 habt ihr knapp 80.000 S-Klasse, 7er und A8 NICHT verkauft, weil die Käufer zu Tesla abgewandert sind.“

    Hallo Tesla Fahrer.
    Die Frage lässt sich einfach beantworten: Weil BMW, DB und Audi ihren Aktionären verpflichtet sind, Gewinne zu erwirtschaften.
    Trotz staatlicher Milliarden – Subventionen aus fragwürdigen „Klimazertifikaten“ (der Ablasshandel aus dem Mittelalter in neuer Form) macht aber Tesla riesige Verluste.
    Du als neuer Tesla – Fahrer solltest daher eigentlich froh sein, dass BMW und DB weiterhin daran interessiert sind, Autos zu verkaufen anstatt nur Subventionen einzuheimsen oder eine Aktienblase zu erzeugen. Dein „Tesla“ wird von jedem Mercedes – Käufer mitbezahlt, das solltest Du nicht vergessen. Leider auch von der allein erziehenden Supermarkt – Kassiererin, die von ihrem bescheidenem Mindestlohn jetzt das Spielzeug für die Reichen und Schönen mitfinanzieren muss, während es bei ihr nur für einen gebrauchten Dacia reicht…

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    1. WKMblogger says:

      @Rud
      Sehe ich nicht ganz so, aber da ist natürlich was dran.
      Grundsätzlich würde ich mir auch eine gerechtere Politik, auch gerade im Bereich der Steuerpolitik, wünschen. Aber das ist ein so umfassendes Thema, dass man darüber ein eigenes Blog führen könnte.

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    2. Sebastian says:

      „Dein „Tesla“ wird von jedem Mercedes – Käufer mitbezahlt, das solltest Du nicht vergessen. Leider auch von der allein erziehenden Supermarkt – Kassiererin, die von ihrem bescheidenem Mindestlohn jetzt das Spielzeug für die Reichen und Schönen mitfinanzieren muss, während es bei ihr nur für einen gebrauchten Dacia reicht…“
      Oh, Tesla wird neuerdings vom Deutschen Staat subventioniert, der gerade die E-Auto-Prämie extra so gestrickt hatte, dass sie für Tesla nicht gilt? Oder meinst Du die 100 – 150 Euro gesparte KFZ-Steuer pro Jahr? Klar, dass ist ein eindeutiges Kaufargument für einen 1000 Euro/Monat Fahrzeug!

      Fakt ist: Preise werden über Volumen gemacht. Würde Mercedes, VW o.ä. ernsthaft versuchen, ein E-Auto auf den Markt zu bringen, dann müssten diese nicht teurer sein als Erdölfahrzeuge. Eine einjährige Zoe mit 6.000km liegt preislich kaum noch über Deinem Dacia.

      Tesla investiert noch kräftig während die „alten Autobauer“ hier stark von ihren bestehenden Strukturen profitieren. 26% sind es derzeit, die als Gewinn von jedem verkauften Auto hängen bleiben. Aufgefressen werden diese Bruttogewinne z.B. von der Akku-Gigafactory, den SuperChargern (ein Verkaufsinstrument) und dem Aufbau des Händlernetzes. Alleine die Gigafactory kostet knapp zwei Jahresumsätze.

      Selbst der Emmissionshandel ist kein Argument: Würden Mercedes & Co. ernsthaft versuchen, umweltfreundliche Autos zu verkaufen, dann würden sie ebenso davon profitieren. Statt dessen flüstern sie der Bundesregierung ein SLAM-Konzept ein, dass die staatliche geförderten Ladestationen unbenutzbar für die Masse der E-Autos und die wenigen von ihnen angebotenen Fahrzeuge inkompatibel zu allen anderen Ländern einschließlich der EU macht.

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  3. Stefan says:

    Hallo, ich bin oder war seit 30 Jahren MB Fahrer, letztes Model E300 Coupé 2012.
    Dann aber hatten wir die Idee, die „Energiewende“ durchzuführen. Die Oelheizung hatten wir bereits vor 10 Jahren durch eine Wärmepumpe ersetzt. Letzten Sommer liessen wir uns eine 12KWpeak Solaranlage mit Speicher einbauen – und dann kam der Gedanke an ein Elektrofahrzeug. Mercedes Benz konnte keine Alternative bieten ausser der Aussage des Händlers: warten Sie noch 4 – 5 Jahre …
    Das wollte ich nicht und somit sind wir seit August 2016 stolze Besitzer eines Model S 90D.
    Somit ist der Kreis für uns geschlossen, wir haben uns vom grössten Teil der fossilen Brennstoffe verabschiedet .
    Nun bringe ich den Wagen jeweils im Herbst und im Frühling zum Radwechsel in die MB-Garage …
    Dann haben sie mal ein rechtes Auto auf der Hebebühne …..lol

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  4. Christian Dohm says:

    @RUD:
    Wie gut das mercedes, bmw, audi, vw, und all die anderen noch nie Subventionen bekommen haben.
    Und immer noch erhalten.
    Belüge dich weiter selbst.
    Tesla ist seinen Aktionären auch verpflichtet aber nicht den Kurz sichtigen.

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  5. Klaus Schürmann says:

    Am schlimmsten fand ich den Kommentar eines guten Freundes zu meinen Solardächern -in2009 gebaut und daher noch mit 0,439 € brutto pro Kw vergütet- der auch meinte die Erneuerbareenergiebezuschussung zahlen die Sozialhilfeempfänger an DICH. Was zahlen wir ALLE für die sogenannte Endlagerung der Reste des Atomstromwahnsinns, der auch bei der Entwicklung schon stark subventioniert wurde ??? Und wer weiß schon, daß ich seit 2009 Umsatzsteuer auf die Sonnenerträge an den ehrenwerten Herrn Schäuble zahle ? Mein 7 Jahre altes Enkelkind hat mir nach dem Kauf des kleinen C-Zero gesagt : Opa du mußt uns jetzt immer mit dem Elektroauto besuchen, weil das kein CO macht. Jetzt kommt der Tesla und der 27 Jahre alte Golf II wird nur noch zur „Sicherheit“ angemeldet bleiben.

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  6. Mmetzger says:

    ein „backupauto“ braucht man nicht wenn ein tesla in der garage steht
    abgesehen von der ahk (anhängerkupplung gibt es leider keine offizielle von tesla für das model s / model x – ja) hatte ich auf 70.000km noch nichts, was der tesla nicht mit bravur hinbekommen hätte

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    1. WKMblogger says:

      Der alte Stinker ist auch kein Backupauto, wir hätten ihn auch behalten wenn der neue wieder ein Verbrenner geworden wäre. Tatsächlich sind wir aber in den 8 Wochen seit wir das Model S haben nichtmal 100km mit dem W211 gefahren 🙂
      Über den alten E, bzw. eine Fahrt damit nach einigen Wochen Tesla-Gewöhnung schreib ich in den nächsten Tagen auch mal einen Beitrag.

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  7. doggda says:

    Kompliment für deinen sehr lesenwerten Blog… Habe hier einen S211 Benziner mit 250.000 km der im Oktober gegen ein Model S getauscht wird.

    allen lesern empfehle ich die youtubevideos „520 wochen“, und „warum das elektroauto sterben musste“ und es gibt noch einen sehr geilen Film wo berechnet wird , wieviel Strom es kostet aus einem Liter Öl Benzin zu machen…. damit kann man seeeehr viel E-AUto fahren…

    die Industrie will es nicht weil sie damit weniger verdient— Tesla baut ja jetzt auch sehr geile Dachziegel die Solarmodule enthalten… alleine die Idee sit spitze

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